GEBURTSSTADTGeboren 1956 verbrachte ich in der nordbadischen "Goldstadt" Pforzheim meine Jugend. Ich bin dazu der Älteste von Dreien. Diese Stadt hat eine furchtbare Vergangenheit, denn am 23.02.1945 verlor sie bei einem englischen Bomberangriff mit Brandbomben apokalyptischen Ausmasses binnen kürzester Zeit ca. ein Drittel ihrer Einwohner unter dem Bombenhagel der englischen Flieger. Auch dieses Kriegsverbrechen wurde nie gesühnt.
Im Jahr 1956 war Pforzheim von der massiven Aufbauphase nach dem Zweiten Weltkrieg geprägt. Das Jahr markierte das offizielle Ende der großflächigen Trümmerbeseitigung, die von 1945 bis 1956 andauerte. Die Pforzheimer haben nach Kriegsende mit aller Kraft an eine Zeitenwende geglaubt und den wirtschaftlichen Wohlstand dieser Stadt begründet in den ich dann 11 Jahre nach Kriegsende hineingeboren wurde. Meine Eltern kamen aus dem bürgerlichen Mittelstand vom Land und zogen in die Nordstadt, ein damals typisches Stadtviertel. Hier wuchs ich auf. Wir Kinder der Nordstadt spielten übrigens noch in zahlreichen Trümmergrundstücken und ich erinnere mich noch daran. Für Kinder dieser Zeit war diese Stadt ein Abenteuerspielplatz, für die Bewohner aber auch schmerzliche Erinnerung. Doch das verblasste. Die Stadt Pforzheim war nie eine Schönheit, zwischen Stuttgart und Karlsruhe eher ein schnöder, zweckmäßiger Kaktus, der der Jugend wenig Abwechslung und berufliche Chancen bot. Moderne Bauten prägten das Stadtbild. Die gut situierten Söhne und Töchter der Pforzheimer Fabrikanten und Mittelständler konnten dagegen auf "das gerettete Familiengold" und den eigenen Firma aufbauen. Nicht wenige Fabrikantensöhne und -Töchter waren Jugendbegleiter im späteren Gymnasium.
ÜBERRESTE
Beim Spielen in einem dieser Parks tauchte aus der Erde ein blütenweißer Menschenschädel auf. Es war kein Tier, es war ein menschliches Relikt, wohl ein Erbe aus dem Krieg. Wir Kinder bestaunten es und zumindest mir haftete dies bis heute im Gedächtnis. Das Morden der Briten bei Kriegsende kannte man als Kind geschichtlich noch nicht.
AHNEN
Leider hat(te) mein Elternhaus nie gute "Beziehungen" zur Familie und damit auch den Vorfahren. Ein Bruder meiner Mutter war ein hoch dekorierter Soldat und Haudegen im 2. Weltkrieg. Ein anderer kam wahnsinnig aus dem Krieg zurück und flüchtete sich in die Sekte der Zeugen Jehovas. Mein Großvater mütterlicherseits war ein angesehner Landwirt und zeichnete sich allerdings auch durch gewalttätiges Verhalten aus. Meine Oma entsprang bescheidenen Verhältnissen und kam aus der Region Waldshut. Sie soll zuvor als Magd beim badischen Hof gearbeitet haben und erzählte uns geschichtliche Bruchstücke über den mysteriösen Kaspar Hauser. Hatte sie ihn oder die Umstände kennengelernt? Mir denkt, dass man von ihr und meiner Mutter oft den Begriff "graue Eminenzen" hörte, wenn es um Mächtige und ihre Machenschaften ging. Das zumindest deutet aus heutiger Sicht darauf hin, dass man in meiner Familie die Dinge wahrnahm. Was alle aus dem erlebten Krieg nach Hause mitbrachten, wurde mir (leider) nie mitgeteilt. Es wurde sicher bewusst verheimlicht.
JUGEND
Pforzheim war nicht nur meine Geburtsstadt, sie war auch mein Spielplatz in der Jugend. Man baute zwar überall aus den Trümmer die modernen Gebäude und doch blieben in der Nordstadt, wo wir wohnten, zahlreiche Trümmergrundstücke sich noch lange überlassen. Das Sterben ganzer Familien im Krieg war wohl der Grund für manche offensichtliche Ruinen oder düstere Flächen, die erst in den späteren Zeiten einen Besitzer fanden. Ich ging in die Nordstadtschule als Knabe in die dortige Volkschule und fühlte mich als Stadtkind wohl, denn es gab zahlreiche Parks und Grünflächen und aus den Häusern kamen in dieser Zeit viele Kinder. Und ich kann mich selbst heute noch an eine Begebenheit erinnern, die einen eigentlich schaudern lässt.
Leider hat(te) mein Elternhaus nie gute "Beziehungen" zur Familie und damit auch den Vorfahren. Ein Bruder meiner Mutter war ein hoch dekorierter Soldat und Haudegen im 2. Weltkrieg. Ein anderer kam wahnsinnig aus dem Krieg zurück und flüchtete sich in die Sekte der Zeugen Jehovas. Mein Großvater mütterlicherseits war ein angesehner Landwirt und zeichnete sich allerdings auch durch gewalttätiges Verhalten aus. Meine Oma entsprang bescheidenen Verhältnissen und kam aus der Region Waldshut. Sie soll zuvor als Magd beim badischen Hof gearbeitet haben und erzählte uns geschichtliche Bruchstücke über den mysteriösen Kaspar Hauser. Hatte sie ihn oder die Umstände kennengelernt? Mir denkt, dass man von ihr und meiner Mutter oft den Begriff "graue Eminenzen" hörte, wenn es um Mächtige und ihre Machenschaften ging. Das zumindest deutet aus heutiger Sicht darauf hin, dass man in meiner Familie die Dinge wahrnahm. Was alle aus dem erlebten Krieg nach Hause mitbrachten, wurde mir (leider) nie mitgeteilt. Es wurde sicher bewusst verheimlicht.
JUGEND
Pforzheim war nicht nur meine Geburtsstadt, sie war auch mein Spielplatz in der Jugend. Man baute zwar überall aus den Trümmer die modernen Gebäude und doch blieben in der Nordstadt, wo wir wohnten, zahlreiche Trümmergrundstücke sich noch lange überlassen. Das Sterben ganzer Familien im Krieg war wohl der Grund für manche offensichtliche Ruinen oder düstere Flächen, die erst in den späteren Zeiten einen Besitzer fanden. Ich ging in die Nordstadtschule als Knabe in die dortige Volkschule und fühlte mich als Stadtkind wohl, denn es gab zahlreiche Parks und Grünflächen und aus den Häusern kamen in dieser Zeit viele Kinder. Und ich kann mich selbst heute noch an eine Begebenheit erinnern, die einen eigentlich schaudern lässt.
SOMMER
Die Sommerferien verbrachte ich bei Verwandten nahe Karlsruhe auf dem Land, Teilnahme an der Hausschlachtung eines Schweines inbegriffen. Der Geruch und das Ganze rund um die aufwendige Verarbeitung des Tieres zu schmackhaften Gerichten und Konserven liebte ich.
Im nahen Schwarzwald erlebte ich einige aufregende Sommer bei einer alten Tante, die bescheiden in einem typischen Schwarzwaldhaus als Witwe lebte. Dort war ich bei den Heuernten der nachbarlichen Bauern live dabei, erlebte als Kind die abendlichen Feuer aus den Resten der Ernte, in die man die Kartoffeln hineinlegte und dann verzehrte. Leider gab es aber auch Unfälle mit dem Wild, wenn die Traktoren mit ihren damaligen Balkenmähern über die Felder fuhren und dabei manches Rehkitz erwischten. Für uns Kinder ein schreckliches Erlebnis. Aber dies war halt so. Interessanterweise soll gerade in dieser Gegend die letzte russische Zarentochter sehr zurückgezogen gelebt haben. Man sprach darüber.
ZEITGESCHICHTE
Am späten Abend des 10. Juli 1968 fegt ein Tornado über Pforzheim und die Region und hinterlässt eine Schneise der Verwüstung. Zwei Menschen kommen ums Leben. Mehr als 300 Menschen werden verletzt, davon 80 schwer. Auch Schulfreunde waren davon betroffen.
Am späten Abend des 10. Juli 1968 fegt ein Tornado über Pforzheim und die Region und hinterlässt eine Schneise der Verwüstung. Zwei Menschen kommen ums Leben. Mehr als 300 Menschen werden verletzt, davon 80 schwer. Auch Schulfreunde waren davon betroffen.
SCHULE
Meine Eltern drängten mich aufgrund meines guten Notendurchschnitts in der Volksschule ins neusprachliche Hebelgymnasium in Pforzheim, das bereits beim ersten Schritt mir nur minimalen Spaß machte. Meine Probleme mit den Lehrern war offenkundig. Die (meisten) Lehrer mochte ich einfach nicht. Der Lateinlehrer im Gymnasium war selbst ein Opfer des Krieges und Choleriker, der mit dem Lineal Gewalt gegen die Schüler ausübte. Mit meinem Banknachbarn, dem reiferen Sohn eines jüdischen Diamantenhändlers, organsierte ich lieber in diversen Jugendzentren Jugendpartys. Im Gegensatz zu ihm, dessen Vater auch mal schnell direkten Druck bei schlechten Noten ausübte, schaffte es mein bürgerliches Elternhaus nicht, mich "zu bändigen". Das hatte Folgen. Ich "flog" vom Gymnasium vor der mittleren Reife mangels Fleiß. Jahrzehnte später konnte ich doch noch einen interessanten Baustein aus der Zeit des Gymnasiums ergänzen: mein direkter "Nachfolger" meines jüdischen Mitschülers am Hebelgymnasium wurde später die bekannte Figur im alternativen Medienraum, nämlich der spätere Verleger des Compact Magazins Jürgen Elsässer, der "auf dem Hebel" sein Abi absolvierte.
Meine Eltern drängten mich aufgrund meines guten Notendurchschnitts in der Volksschule ins neusprachliche Hebelgymnasium in Pforzheim, das bereits beim ersten Schritt mir nur minimalen Spaß machte. Meine Probleme mit den Lehrern war offenkundig. Die (meisten) Lehrer mochte ich einfach nicht. Der Lateinlehrer im Gymnasium war selbst ein Opfer des Krieges und Choleriker, der mit dem Lineal Gewalt gegen die Schüler ausübte. Mit meinem Banknachbarn, dem reiferen Sohn eines jüdischen Diamantenhändlers, organsierte ich lieber in diversen Jugendzentren Jugendpartys. Im Gegensatz zu ihm, dessen Vater auch mal schnell direkten Druck bei schlechten Noten ausübte, schaffte es mein bürgerliches Elternhaus nicht, mich "zu bändigen". Das hatte Folgen. Ich "flog" vom Gymnasium vor der mittleren Reife mangels Fleiß. Jahrzehnte später konnte ich doch noch einen interessanten Baustein aus der Zeit des Gymnasiums ergänzen: mein direkter "Nachfolger" meines jüdischen Mitschülers am Hebelgymnasium wurde später die bekannte Figur im alternativen Medienraum, nämlich der spätere Verleger des Compact Magazins Jürgen Elsässer, der "auf dem Hebel" sein Abi absolvierte.
LEHRE
1973 - 1976
Weil meine Welt zum Leidwesen der Eltern bereits damals die Pforzheimer linke Subkultur war und der Freundeskreis nicht der Vorstellung des bräsigen Mittelstands entsprach, setzte ich meinen Kopf durch und war wohl ein "enfant terrible". Das hatte für mich aber auch Folgen: meine Eltern "zwangen mich" in eine Lehre bei einem großen bekannten Pforzheimer Versicherungshaus, bei dem ich nur widerwillig die 3jährige Lehre zum Versicherungskaufmann absolvierte und auch am Ende erfolgreich abschloss. In dieser Zeit war es wohl so, dass man viele Lehrlinge zur Bewältigung der Arbeiten einstellte. In Zeiten nicht existenter Computer, Schreibmaschinen und per Hand geführter Buchhaltungsjournale kann ich mich erinnern, dass man noch einen "Lohnzettel" am Monatsende in Händen hielt. Ich war auch dort kein angepasster Jugendlicher. Der einzige, in in mir eine erfolgreiche berufliche Entwicklung sah, war ein anerkannter Senior in diesem Haus, der für uns Auszubildende in allem zuständig war. Vor ihm hatte ich Achtung. Ein integrer Mann mit manchmal sehr gerechter Strenge. Herr Sommer war sein Name er und er brachte uns durch diese Zeit. Der Lehrlingslohn war zu Beginn 400 Mark und im dritten Jahr erhielt ich 500 Mark pro Monat.
Weil meine Welt zum Leidwesen der Eltern bereits damals die Pforzheimer linke Subkultur war und der Freundeskreis nicht der Vorstellung des bräsigen Mittelstands entsprach, setzte ich meinen Kopf durch und war wohl ein "enfant terrible". Das hatte für mich aber auch Folgen: meine Eltern "zwangen mich" in eine Lehre bei einem großen bekannten Pforzheimer Versicherungshaus, bei dem ich nur widerwillig die 3jährige Lehre zum Versicherungskaufmann absolvierte und auch am Ende erfolgreich abschloss. In dieser Zeit war es wohl so, dass man viele Lehrlinge zur Bewältigung der Arbeiten einstellte. In Zeiten nicht existenter Computer, Schreibmaschinen und per Hand geführter Buchhaltungsjournale kann ich mich erinnern, dass man noch einen "Lohnzettel" am Monatsende in Händen hielt. Ich war auch dort kein angepasster Jugendlicher. Der einzige, in in mir eine erfolgreiche berufliche Entwicklung sah, war ein anerkannter Senior in diesem Haus, der für uns Auszubildende in allem zuständig war. Vor ihm hatte ich Achtung. Ein integrer Mann mit manchmal sehr gerechter Strenge. Herr Sommer war sein Name er und er brachte uns durch diese Zeit. Der Lehrlingslohn war zu Beginn 400 Mark und im dritten Jahr erhielt ich 500 Mark pro Monat.
ZEITGESCHICHTE
Diese Zeit in der Versicherungsbranche war die Zeit vor den gnadenlosen Umstrukturierungen. Nach dem Krieg hatte die Branche sich mühsam wieder strukturiert und aufgebaut. Versicherungen waren wie Behörden aufgebaut und die Produkte orientierten sich an dem, was die Menschen brauchten. Speziell in Pforzheim und meinem Lehrherrn waren das Thema Schmuckbranche präsent. Und natürlich die Selbständigkeit, die man als Familienbetrieb zementierte. Das Haus Leppert war zu dieser Zeit ein Name. Und: es war ein Betrieb, in dem man quasi das Produkt Versicherung "erlebte". Man einer der größten Geschäftspartner der (damaligen) AXA und fertigte sogar alle Papiere in eigener Regie aus. Nicht nur, dass man mit einer eigenen Anlage alle Beiträge für jeden einzelnen Kunden verrechnete sondern auch auf die im Haus erstellten Rechnungen und Policen händisch übertrug und per Post verschickte. Wer kann sich dies heute noch vorstellen? Und natürlich erledigte man auch den "Fall der Fälle": Schäden wurden ebenso reguliert. Häuser wie diese Firma Leppert waren (unter dem Seniorchef) noch ein eigenständige Einheit, die wie ein ordentlicher Kaufmann arbeitete. In dieser knochentrockenen Welt aus Vorschriften, Zwängen und Verantwortung wurde ich als Lehrling allmählich geformt. Es sei erwähnt, dass diese Epoche in dieser Branche und diesem Haus aber auch dort zu Ende ging und man übertrug Vieles an die zentrale Verwaltung der Versicherungen.FREUNDE UND REBELLEN
Wir (d.h. einige aus diesem besagten Freundeskreis und ich) zogen pünktlich mit Erreichen des 18. Lebensjahres aus dem jeweiligen Elternhaus aus, mieteten uns zusammen eine große Wohnung auf dem neu erbauten Pforzheimer Wohnviertel Haidach, und nannten uns fortan "WG". Eine Wohngemeinschaft war in diesen Zeiten der offene Tabubruch mit dem braven Establishment. Unsere Nachbarn im neuen Stadtteil waren Schmuckhändler, Schwule und allerlei gut Bürgerliche, kurz ein Kunterbunt von Menschen, die in der wachsenden Schmuckstadt Pforzheim ihr Zuhause suchten und fanden. Obwohl innere Rebellen verhielten wir uns eher unauffällig. Fast zwei Jahre lebten wir eng an eng zusammen. Sex, Drugs und Rock'n Roll und manchmal ging es dann auch mal im Porsche des Nachbarn in die Stuttgarter Discoszene oder zu Fuß in den damaligen Pforzheimer Schinderhannes, einem damals berühmten schillernden Szenetreff, wo auch der mittlerweile verstorbene Boxer Rene Weller sich ganz am Anfang seiner Karriere aufhielt.
Jedes mögliche Rockkonzert ringsum sah uns. Und es war die Zeit, die Udo Lindenberg so poetisch in dem Lied Daumen im Wind beschrieb: viele von uns trampten ja zur Berufsschule ins nahe Karlsruhe und hoben wie ich den Daumen am Straßenrand hoch, auch um mal ohne große Kosten in die Ferne zu reisen. Das hatte Folgen.
DAUMEN IM WIND
Der erste "Urlaub" in der Lehre erlebte ich mit 19, gutem Freund und dem szenebeliebten Bundeswehrrucksack an der Autobahn. Das nannte man damals "Trampen". Es ging los mit 200 Mark in der Tasche für 4 Wochen nach Südfrankreich mit dem Ziel Saintes-Maries-de-la-Mer an die Küste Frankreichs. Hier reisten wir in der Camargue umher und natürlich ans Meer. Dies war damals Sehnsuchtsort vieler Langhaariger, Hippies und Außenseiter. Geschlafen wurde am Strand, im Zelt und jeden Abend an einem der zahllosen Lagerfeuer. Irgendwo. Ab und zu griff die französische Polizei durch und verhaftete die jungen Hippies, verfrachtete sie unsanft ins Hinterland, wissend, dass kurze Zeit später alle wieder am Strand waren. Freunde aus Pforzheim bauten sich einen Unimog um und fuhren im Schneckentempo nach Marokko. In Südfrankreich, mitten auf der Fahrt besuchten sie uns. Nach 4 Wochen ging das Geld aus und zurück ging es nach Pforzheim wieder per Anhalter mit dem Daumen. Immerhin trampten wir ohne jeden Komfort, hatten oft Hunger, standen im strömenden Regen an irgendeiner Straße und übernachtete auch schon mal im oder am Straßenrand für eine passende Weiterfahrt. Und alles auf volles Risiko. Sonne, Meer und Sand machten uns optisch zu dunkelbraunen Halbwilden. Wochenlang war ich dann in unseren Kreisen das Gespräch.
BUNDESWEHR
Der Musterung zur Bundeswehr war in dieser Zeit ein großes Thema. "Wir", also mein Jugendkreis entgingen dieser alle, entweder am der Musterung mit viel Kaffee im Körper oder in einem Fall durch "Fahnenflucht". Uns einte die Abscheu gegen das etablierte politische System und niemand hätte uns dazu gebracht, ein Gewehr in die Hand zu nehmen. Sympathie für die "echten Linken" bestand damals auch: Vorbilder waren Rudi Dutschke und Co.
FREIBURG AUSFLUG
Wir besuchten z.B. unsere studierenden Kumpels in der Unistadt Freiburg, wo in der damaligen noch mit Autos befahrbaren Kaiser-Josef-Straße die Polizei sich mit den linken Studenten prügelten und ordentlich Gegenwehr erhielt. Die linke Szene mit allen Brüchen zur bürgerlichen Welt dort war unsere Welt. Marx, Engels und das Kapital: endlose Nächte und endlose Diskussionen mit billigem Wein und enormen Mengen an Tabak. Selbstgedreht natürlich.
FREIBURG AUSFLUG
Wir besuchten z.B. unsere studierenden Kumpels in der Unistadt Freiburg, wo in der damaligen noch mit Autos befahrbaren Kaiser-Josef-Straße die Polizei sich mit den linken Studenten prügelten und ordentlich Gegenwehr erhielt. Die linke Szene mit allen Brüchen zur bürgerlichen Welt dort war unsere Welt. Marx, Engels und das Kapital: endlose Nächte und endlose Diskussionen mit billigem Wein und enormen Mengen an Tabak. Selbstgedreht natürlich.
UNABHÄNGIGKEIT
Rebellenzeit
Rebellenzeit
1974 Pforzheim war in diesen Zeiten der geburtenstarken Jahrgänge ein Problem für den Beruf. Kaum jemand blieb in der Stadt. Zuwenig Arbeitsplätze außerhalb der Schmuckbranche trieben Viele in das Umland oder sogar noch weiter weg. Wer nicht studieren konnte, hatte auch kaum eine passable berufliche Chance. Unsere Wohngemeinschaft wurde aufgelöst und jeder von uns zog nun in seine eigene neue Welt. Es tat weh. DIE 1. WOHNUNG
Nach der Wohngemeinschaft wurde für mich nun eine kleine Wohnung im Haidach zu Zweit mit der ersten Liebe, die mich aus aus der Rebellenecke ins bürgerliche Leben zog. Ich machte in dieser Zeit den Führerschein und sie begleitete mich im ersten roten Käfer bis zum nahen Ende der Lehre. Es änderte sich nicht nur der Musikgeschmack. Aus der Zigarette wurde nun auch noch die Pfeife ein ständiger Begleiter. Das Jazzkeller in der Pforzheimer Nordstadt, ein sehr bekannter Musikkeller in dem seinerzeit Hannes Wade rund Co. auftraten und natürlich der Pforzheimer Schinderhannes waren das abendliche Zuhause. Man könnte sagen, dass wir ausgesprochen vernünftig und bürgerlich waren.
LANDLEBEN
Mitte der 70er zogen wir beide von Pforzheim weg ins nahe Nöttingen. Auf das Land, einer kleinen Gemeinde zwischen Pforzheim und Karlsruhe. Dahin wo die Freundin ihre Familie hatte. Und ein neuer Freundeskreis wartete auch schon. Natürlich tourten wir in die damals einschlägigen Lokale in der Nähe. Unvergessen ist die von Nöttingen nahe Bar von Wolfgang Sadler in Königsbach, ein abendlicher Treff der Nachtschwärmer und Szenetreff. Wolfgang Sadler's dunkelgrüner Lamborghini stand in der Einfahrt zum Lokal. Drinnen ging es bei lauter Musik der 70er Jahre hoch und her. Überhaupt: die ländliche Jugend war damals schon viel gesetzter und vernünftiger als die Szene in Pforzheim. Und in dieser Zeit kamen auch die später engsten Jagdfreunde ins Spiel. Damals noch sehr sporadisch, doch das sollte sich ändern.
ZEITGESCHICHTE
Pforzheim erlebte genau wie die restliche Bundesrepublik den extremen und berüchtigten Jahrhundertsommer 1976. Die lang anhaltende Dürre und extreme Hitze führten damals zu ausgetrockneten Landschaften und belasteten die Natur rund um den Enzkreis massiv.
Pforzheim erlebte genau wie die restliche Bundesrepublik den extremen und berüchtigten Jahrhundertsommer 1976. Die lang anhaltende Dürre und extreme Hitze führten damals zu ausgetrockneten Landschaften und belasteten die Natur rund um den Enzkreis massiv.
19.10.2010 SÜDDEUTSCHE ZEITUNG
DER ERSTE JOB
Ich erhielt 1976 nach der Lehre meine erste feste Anstellung in Karlsruhe bei der Berlinische Feuer-Versicherung-Anstalt. einem in den Nachfolgejahren dem Konzern "Vereinte" einverleibten Versicherungsunternehmen.
Ich kaufte von Werner (siehe unten) meinen ersten VW Golf und begann meine ersten Berufsjahre im regionalen Versicherungsaußendienst. Sehr bürgerlich, aber man musste ja von etwas leben. Nicht unerwähnt sei, dass ich damals schon der Jüngste in meinem Beruf im Außendienst war. Doch das Privatleben litt nicht darunter, denn wir waren ja zusammen nachts in den Kneipen unterwegs, tagsüber durfte ich nach Belieben berufliche Kontaktbesuche meiner Vertreter machen und der Erfolg stellte sich schnell ein. Mit etwas Disziplin im Blut war das Einkommen für einen Ledigen wie mich ganz auskömmlich. Ich war zudem beliebt, aber schon damals unkonventionell und (für heute unvorstellbar) trug ich weder eine Krawatte noch einen Anzug sondern Jeans, Cordhosen und Pullover, was in dieser Branche in dieser Zeit sehr schillernd war. Das kam allerdings bei den Kunden und Vertretern auf dem Land gut an. Alles lief gut und als autobegeisterter Pforzheimer stand bald das nächste Auto vor der Tür.
ZEITGESCHICHTE
Die damalige Versicherungsbranche war eine gänzlich andere als später und heute. Die "Zentralisierung" war noch eine Vision und der Vertrieb der Versicherungsprodukte erfolgte über Menschen, die Angestellt waren und nicht wie später in Vertragskonstrukte gepresst wurden, die eher zur Mafia passten. Natürlich gab es Hierarchien. Und nicht jeder Vorgesetzte passte ins Bild. Doch am Monatsende konnte man sich für seine gute Arbeit ein Leben gönnen.ROSENKRIEG
Scirocco, damals eine tolle Kiste
Meine Freundin und ich trennten uns 1978. Wir beide waren zu jung und es tat weh. Zu unserer fragilen Beziehung muss erwähnt werden: mit meinem geliebten VW Scirocco verursachte ich einen schlimmen Verkehrsunfall und raste alleine und frontal gegen einen entgegenkommenden Wagen nach einem heftigen Streit mit ihr . Ich hatte keinerlei Blessuren, der geschädigte Fahrer allerdings schon ganz beachtlich. Unsere beiden Wagen waren nur noch Schrottwert und die nächtliche Unfallszene ähnelte eher einem Schlachtfeld. Ich war danach innerlich zerstört und natürlich am Boden. Eine Schuld, die in meinem Lebensrucksack bis zum Ende steckt..
Scirocco, damals eine tolle Kiste
Meine Freundin und ich trennten uns 1978. Wir beide waren zu jung und es tat weh. Zu unserer fragilen Beziehung muss erwähnt werden: mit meinem geliebten VW Scirocco verursachte ich einen schlimmen Verkehrsunfall und raste alleine und frontal gegen einen entgegenkommenden Wagen nach einem heftigen Streit mit ihr . Ich hatte keinerlei Blessuren, der geschädigte Fahrer allerdings schon ganz beachtlich. Unsere beiden Wagen waren nur noch Schrottwert und die nächtliche Unfallszene ähnelte eher einem Schlachtfeld. Ich war danach innerlich zerstört und natürlich am Boden. Eine Schuld, die in meinem Lebensrucksack bis zum Ende steckt..FREUNDE
Mein damaliger Freundeskreis (siehe weiter unten) brachte mich "auf Spur". Dafür bin ich auch dem inzwischen verstorbenen damaligen Freund Thomas, seiner Freundin Gabi und Co. bis heute unendlich dankbar. Und wieder änderte sich die Richtung. "Sie" zog weg, ich blieb alleine in meiner 100 qm großen Wohnung zurück und das nächste Auto war ein aufgehübschter Käfer. Damit konnte das Leben und der Beruf weitergehen.
ÜBERLEBT
Es folgte eine bittere Zeit, die zudem in einem fürchterlichen (unverschuldeten) Unfall am 2.2.1978 bei Wilferdingen endete. Auf der nächtlichen Heimfahrt nahm mir ein Mercedes auf einer Kreuzung die Vorfahrt. Die Fahrzeuge knallten mit ca. 80 km zusammen. Mein VW Käfer hob ab, überschlug sich mehrmals und der Vorderbau drang tief in die Fahrzeugzelle. Das Lenkrad drang bis zum Rücksitz auf der Fahrerseite. Die folgenden Fahrzeuge wurden durch die herumfliegenden Trümmerteile meines Wagens ziemlich beschädigt. Die riesige Verkehrstafel an der Kreuzung in 3 Metern Höhe wurde durch irgendwas heruntergerissen. Ein enormes Bild der Zerstörung bot sich jedem an.Ich kroch unverletzt durch das fehlende Rückfenster meines geliebten VW 1500ers ins Freie. Unverletzt und nur einigen unwesentliche Blessuren. In meiner rechten Hand hielt ich noch den Schaltknauf. Das Schaltgestänge musste ich wohl (glaube ich) herausgerissen haben, denn der rechte Arm und die Hand fühlten sich an, als hätten sie Tonnen bewegt. Das Unfassbare: ich weiß noch, dass ich auf dem Beifahrersitz saß, als das Fahrzeug auf der Straße kopfüber wieder zum Stillstand kam. Obwohl ich vor dem Unfall ordentlich angeschnallt war. Na ja, Kopfstützen gab es ja damals auch nicht.
Die Polizei untersuchte das Trümmerfeld, den Hergang und ich weis noch wie heute, dass die Beamten mich ungläubig nach deren Eintreffen bestaunten. Ein derartiges Massaker ohne ernsthafte Folgen in einem Auto zu überleben, das über keinerlei Sicherheitsreserven verfügte und derartig deformiert war, war auch für sie ein Novum. War es Zufall, dass dieser Unfall so ausging? War es die Strafe für meine fahrerische Rücksichtslosigkeit, die einen Menschen zuvor beinahe das Leben kostete?
JAGDFREUNDE
Werner, der damals eine recht bekannte Handwerksfirma leitete, Freund Thomas, der Vertreter für medizinische Prothesen und ich machten als Trio zusammen die Nacht zum Tag. Fast jeden Tag waren wir unterwegs, feierten und hatten jede Menge Spaß. Werner hatte übrigens eine umwerfend hübsche Frau, die alle Eskapaden ihres Mannes erdulden musste, was nicht selten auch unangenehm für uns wurde. Thomas dagegen war ledig, aber seine Freundin Gabi gab ihm Halt und trotzdem Freiheit. Und ich als Jüngster im Trio durfte alles mitmachen. Nicht unerwähnt bleibt, dass wir auf eigenartige Weise zwar völlig unterschiedlich waren, aber wie mit Klebstoff "aneinander hingen".
Es war die Zeit der glitzernden Discos zwischen Stuttgart und der Spielerstadt Baden-Baden. Es folgte nun der erste adrette Maßanzug und das offene Hemd (wir sahen jeder aus wie kleine John Travoltas...). Man kutschierte lässig auf Abenteuersuche im schnellen BMW oder der Mercedes S-Klasse, denn Werner hatte die Liebe und das Geld für teure und schnelle Autos. Werner war in jungen Jahren im Rennwagen unterwegs und dass lebte er auch später auf den Straßen. Werner kaufte sich deswegen mehrere potente BMW's nacheinander und wir hatten ihn gerne als Fahrer. Es war einfach oft nur irre, aber es gefiel uns Dreien. Unsere kleine Männergruppe war fast jeden Tag und in die Nacht über 2 Jahre zusammen unterwegs. Man frotzelte in Partykreisen sogar, ob wir nicht homosexuell waren. Waren wir nicht, ganz im Gegenteil. Wer den inzwischen verstorbenen Pforzheimer Boxer Rene Weller kennt, weis eigentlich dazu schon alles. Denn diese Lebe- und Glitzerwelt und die Partys mit ihrer wechselnden Besetzung waren oft umwerfend.
Es war die Zeit der glitzernden Discos zwischen Stuttgart und der Spielerstadt Baden-Baden. Es folgte nun der erste adrette Maßanzug und das offene Hemd (wir sahen jeder aus wie kleine John Travoltas...). Man kutschierte lässig auf Abenteuersuche im schnellen BMW oder der Mercedes S-Klasse, denn Werner hatte die Liebe und das Geld für teure und schnelle Autos. Werner war in jungen Jahren im Rennwagen unterwegs und dass lebte er auch später auf den Straßen. Werner kaufte sich deswegen mehrere potente BMW's nacheinander und wir hatten ihn gerne als Fahrer. Es war einfach oft nur irre, aber es gefiel uns Dreien. Unsere kleine Männergruppe war fast jeden Tag und in die Nacht über 2 Jahre zusammen unterwegs. Man frotzelte in Partykreisen sogar, ob wir nicht homosexuell waren. Waren wir nicht, ganz im Gegenteil. Wer den inzwischen verstorbenen Pforzheimer Boxer Rene Weller kennt, weis eigentlich dazu schon alles. Denn diese Lebe- und Glitzerwelt und die Partys mit ihrer wechselnden Besetzung waren oft umwerfend.
ZEITGESCHICHTE
Das Jahr 1978 und 1979 stand für die Rote Armee Fraktion (RAF) im Zeichen des Abtauchens, der Reorganisation und der Abwehr polizeilicher Verfolgung nach dem sogenannten "Deutschen Herbst" von 1977. An der Autobahn kontrollierte die Polizei mit Maschinenpistolen die Fahrzeuge. Polizei bzw. die Politik waren unsere Feindbilder. Überhaupt war man in der gesamten Clique gegen den Staat und seine Vasallen. Unser Motto: wir hätten jedem der RAF-Mitglied die Tür geöffnet, wenn er geklopft hätte. Einige unserer Freunde waren bei der Pforzheimer Polizei tätig. Man grüßte sich höflich und kleinere Übertretungen hatten natürlich für uns keine Folgen. Man kannte sich.
FALSCHPARKEN
Unsere "Jagdtouren" bescherte jedem von uns Dreien reichlich "Beute". Eine der intensivieren Anekdoten ist heute nicht mehr justiziabel: das Falschparken in Pforzheim war für mich bzw. uns sehr lange kein Problem. Hatten wir doch die Sekretärinnen des Oberbürgermeisters von Pforzheim festgezurrt. So wanderte das Ticket umgehend in den Reißwolf. War das nicht eine geniale Zeit?
Unsere "Jagdtouren" bescherte jedem von uns Dreien reichlich "Beute". Eine der intensivieren Anekdoten ist heute nicht mehr justiziabel: das Falschparken in Pforzheim war für mich bzw. uns sehr lange kein Problem. Hatten wir doch die Sekretärinnen des Oberbürgermeisters von Pforzheim festgezurrt. So wanderte das Ticket umgehend in den Reißwolf. War das nicht eine geniale Zeit?
ZEITGESCHICHTE
In diesen Zeiten galt der Pforzheimer Boxer Rene Weller als schillernde und schönste Figur der Pforzheimer Sport und Discoszene. Wer etwas auf sich hielt, kaufte sich das typische Goldkettchen mit dem Boxhandschuh aus seinem Rewell-Shop. Und auch ich konnte ihn viele Male mit den Freundeskreis persönlich treffen, denn Weller war einfach überall präsent. Das war eine verrückte Zeit, denn er hatte um sich herum auch die Halbwelt versammelt. René Weller ist am 22. August im Alter von nur 69 Jahren gestorben.
23.08.2023 SPIEGEL
KONFRONTATION
Wir waren Kampfsportaffin bzw. gingen in den damals bekannten Boxclub zum Training und man übte auch mal den richtigen Punch. Dass abendliche Streifzüge in Discos auch mal unangenehm wurden, sei auch bemerkt. Einmal hatten wir Glück, dass schwer bewaffnete Polizei uns aus einer Auseinandersetzung mit übereifrigen Türstehern in einer Karlsruher Disco beistehen musste. Der Grund war uns schleierhaft, sicher verwechselten sie uns mit Anderen. So war das damals. Das Nachtleben zu jener Zeit war eben auch manches Mal etwas ruppig. Keinen Tag davon möchte ich noch heute missen. Doch das Leben lies mich unerwartet schon wieder abbiegen.
ZEITGESCHCHTE
In den 80ern war Pforzheim eine Stadt, in der man seine Unterhaltung in einigen Discos und Kneipen fand.
In den 80ern war Pforzheim eine Stadt, in der man seine Unterhaltung in einigen Discos und Kneipen fand.
In Pforzheim gab es in diesen Zeiten die legendäre Disco Revolution. Hier feierte man legendäre Partys und die Musik der 80er hatte ihren festen Platz. Oben fand man eine kleine Bar, die Treppe hinunter öffnete sich nach strenger Einlasskontrolle der Tanztempel mit Lichtshow. Dies war immer und oft die erste Station einer langen Nacht.
Das ehemalige Café Sadler war in den 1980er Jahren ein beliebter und bekannter Treffpunkt in Pforzheim. Es prägte das damalige abendliche gastronomische Leben der Stadt und war natürlich auch der Szenetreff der Jungen, Schönen und Reichen. In diesen Zeiten fand man dort bei bester Musik drinnen eine prima Stimmung und draußen fuhren die hochkarätigen Sportwagen vorbei.
Das Casablanca (von den Pforzheimern „Casa“ genannt) war eine absolute Kult-Disco auf der Wilferdinger Höhe. Der legendäre Club prägte das Nachtleben der 80er Jahre wie kein anderer in der Region. Die einzigartige Tanzfläche: Ein rotierender, 6,70 Meter großer Marmortisch, der damals im gesamten süddeutschen Raum seinesgleichen suchte. Modenschauen, Miss-Wahlen, Auftritte der California Dream Boys (Männerstrip) und große Live-Acts machten die Abende legendär.
Die bekannteste Diskothek in Niefern in den 1980er Jahren war das Atlantis. Es eröffnete bereits 1977 und befand sich im ersten Stock eines Gebäudes direkt neben dem heutigen Rewe-Markt im Ortsteil Niefern-Vorort.
Die legendäre Diskothek am Pforzheimer Schloßberg (Adresse: Stiftshof) in den 1980er Jahren war das 3.70 (oft auch "370" geschrieben). Unvergesslich waren die Disc Jockeys, die dort eine der besten Musikstile auflegten.
Der Schinderhannes in Pforzheim war eine legendäre Kultkneipe, die besonders in den 1980er-Jahren als beliebter Szenetreffpunkt galt. Hier traf man da studentische, alternative Publikum, das die rockige Atmosphäre bevorzugte.
06.10.2012 Schwarzwälder Bote
06.10.2012 Schwarzwälder Bote
LEBENSWENDE
Anfang der 80er lernte ich eher zufällig die Liebe meines Lebens in einer bekannten Disco Atlantis in Niefern kennen. Die bürgerliche Falle schnappte zu: wir heirateten bald. Ich zog aus meiner Junggesellenwohnung ins Schwäbische. Mit dem Umzug beendete ich allerdings auch die Verbindung zu den "Jagdfreunden". Das hätte garantiert nicht gut getan, denn meine Frau hatte da ihre moralischen Vorstellungen. Und das Leben nahm auch finanziell schnell an Fahrt auf.
Mein erster GTI: ein echter Volksrennwagen.
Und mit einer Musikanlage.
12.1980 begann ich in Karlsruhe bei der (damals Vereinigte Krankenversicherung) meinen weiteren beruflichen Weg in der Organisation im großen Versicherungskonzern. Es war eine sehr lehrreiche Zeit und mein Chef, der damals branchenbekannte Filialdirektor Georg Ruhland, ein waschechter Bayer, passionierter Skifahrer, Heilpraktiker und Lebemann führte die Filialdirektion Karlsruhe überaus erfolgreich. Das Betriebsklima und die Arbeit in dieser Filiale waren erfolgreich, wenn auch die Trinkfeste am Freitag bei den wöchentlichen Besprechungsrunden in Karlsruhe mir so gar nicht passten. Nicht selten standen am Ende mehrere Flaschen Wein und Bier auf dem Tisch und er eine oder andere Kollege taumelte ins Auto. Und es gab auch Kollegen, die man heute in die Verschwörungsecke stellen würde. Theodor F. aus Pforzheim war so jemand. Ein feiner Kerl, ein älterer Berufskollege noch dazu, dessen Bruder in der DDR in der Staatssicherheit arbeitete. Theo und ich trafen uns zum kollegialen Plausch in Pforzheim. Tiefgründiges aus der Welt und der Politik umfassten schnell Stunden, die wie im Flug vergingen. Er war wie damals ein ganz Aufrechter und verabscheute Ungerechtigkeit. Ich habe ihm aus dieser Zeit heraus vieles gedankliches zu verdanken, was mir erst später bewusst wurde.Zeitgeschichtliches:
In den 80ern wütete in vielen Versicherungskonzernen McKinsey, ein international tätiger Beratungskonzern. So auch in München bei der (damals) Vereinten Versicherungsgruppe. "Wir" in Karlsruhe bekamen es oft nur mit, wenn man von Umstrukturierungen in den Personalebenen erfuhr. Und: diese modernen Personalschlächter standen in keinem guten Ruf.
In Pforzheim war die Zeit der GTI's ausgebrochen und ich kaufte mir meinen ersten GTI. Es war der Wagen des bekannten Autohändlers Gürke, den ich kannte. Er betrieb auch die legendäre Disco Casablanca auf der Wilferdinger Höhe, in der zahlreiche Stars der 80er Jahre geboren wurden. Und der auch auch ein prominenter Fußballertreff war. Durch regelmäßige Besuche von Fußball-Größen wie Uli Hoeneß und Paul Breitner erlangte der Club überregionale Bekanntheit. Gürke starb 1983 auf einem Flug von Anchorage nach Seoul, da das Flugzeug von einem sowjetischen Militärjet irrtümlicherweise abgeschossen wurde. Ein grauenhafter Fall, der uns alle damals beschäftigte.
Meine Frau und ich führten ein materiell ehrgeiziges und materiell sorgenfreies Leben. Trotz Job: das Reisen erschloss sich dank meiner Frau nun auch mir. Wir beide reisten jedes Jahr an ferne Ziele.
ERTRINKEN ODER NICHT?
1981 auf unserer ersten gemeinsamen Fernreise nach Sri Lanka hätte alles für uns beide geendet: leichtsinnig schwamm ich ins offene Meer hinaus und war zu weit draußen. Es gab kein zurück mehr. Mir was das Ende ganz klar vor Augen. Zufall oder Plan? Einheimische Rettungsschwimmer wurden von meiner Frau alarmiert und zogen mich und einen weiteren Reisenden, der mir zu Hilfe kommen wollte, an Land. Das Leben hatte mit mir scheinbar schon noch etwas vor.
MANNHEIM
Im Juni 1983 wechselte ich nach Mannheim in die Hauptverwaltung des branchenbekannten Krankenversicherungskonzern, der INTER Krankenversicherung. Der damalige Vorstand Jürgen List höchstpersönlich stellte mich ein. Ein Vorstand alten Schlags, Autorität und Branchenkönig nach altem Schrot und Korn. Zusammen mit einem ebenso neu eingestellten Kollegen übernahm ich die bundesweitere Produkteinführung, erhielt einen behäbigen Dienstwagen, ein noch besseres Gehalt, alle Kosten für Übernachtung wurden ersetzt usw. und ich hatte halb Deutschland als mein Arbeitsgebiet. Unser Büro in der neuen Hauptverwaltung war gigantisch groß und die Freiheiten auch. Mit 27 Jahren und in kurzer Zeit hatte ich einen tollen Job, eine so tolle Frau, ein tolles Einkommen und Freiheiten, die in dieser Branche heute undenkbar wären. Auf der anderen Seite: ich war ständig auf Dienstreisen. Mit nur 27 Jahren war das schon ein großer Schritt. Dass List ein Patriarch war und die gesamte Familie (vor allem seine Söhne) geschickt im Unternehmen beschäftigte, war bereits kurz nach Arbeitsbeginn klar. Mein Kollege und ich waren für ihn allerdings immer gut gehegte Mitarbeiter.
Natürlich musste es auch 1983 wieder privat ein GTI sein. Für die damalige Zeit ein schicker Flitzer mit Schiebdach, den wir gerne nutzten. Dazu passten unsere jährlichen Fernreisen für viele Wochen.TRAUMZIEL USA
1983 Clearwater Beach. Das erste Mal an der Golfküste im Paradies.
1983 Clearwater Beach. Das erste Mal an der Golfküste im Paradies.
1984 reisten wir das erste Mal für mehrere Wochen (!) nach Florida. Zu Zeiten Ronald Reagans, der 1981 bereits amerikanischer Präsident wurde. Der USD lag bei etwa 2,80 Mark. Es war uns egal. Mit 28 Jahren bereisten wir zum ersten Mal einen US-Staat, der zu diesen Zeiten alles andere als typisch amerikanisch war. Und wir mit unserem deutschen Background und der Offenheit schnell wie Exoten behandelt wurden. Wir wurden bei dortigen Exil-Deutschen schnell herumgereicht und sogen die Freiheit durch unsere jungen Nasen. Danach war nichts mehr wie es war.
Wir verliebten uns in Florida, den Sunshine State, die USA und in eine Welt, die unserem gesamten Freundes- und Bekanntenkreis bis dahin unerschlossen war. Kein Wunder bei den damaligen Preisen. Und der Flug war bereits eine aufwendige Sache.
Fast 10 Jahre blieb der Sunshine State unser jährliches Sehnsuchtsziel für viele Wochen Auszeit. Die Flucht. Das ließen wir uns nie nehmen. Egal was es kostete.
GRUNDSTÜCK
Wir hatten dort ja ganz jung aus einer Laune heraus uns ein schönes Grundstück nähe Tarpon Springs auf der Golfseite gekauft und liebäugelten naiv mit einem späteren Wegzug in die USA bzw. Florida. Das Stück Land hatten wir damit ja bereits. In diesen Zeiten gab es Travellerschecks und Kreditkarten waren noch in weiter Ferne. Mitdiesen Schecks bezahlte man neben dem Bargeld alles.
Fast 10 Jahre blieb der Sunshine State unser jährliches Sehnsuchtsziel für viele Wochen Auszeit. Die Flucht. Das ließen wir uns nie nehmen. Egal was es kostete.
GRUNDSTÜCK
Wir hatten dort ja ganz jung aus einer Laune heraus uns ein schönes Grundstück nähe Tarpon Springs auf der Golfseite gekauft und liebäugelten naiv mit einem späteren Wegzug in die USA bzw. Florida. Das Stück Land hatten wir damit ja bereits. In diesen Zeiten gab es Travellerschecks und Kreditkarten waren noch in weiter Ferne. Mitdiesen Schecks bezahlte man neben dem Bargeld alles.
Den Hurrikan Elena 1985 erlebten wir selbst auf dem Flug von Deutschland nach Florida. Unsere Maschine musste in Atlanta wegen den gewaltigen Turbulenzen vorzeitig landen und nach einer Übernachtung konnten wir erst weiter ans Ziel fliegen. Nach Ankunft bot sich uns an den Küsten ein Bild einer gewaltigen Zerstörung. An Urlaub am Strand war nicht zu denken. Und trotz dieser gewaltigen Katastrophe lag der Wille zum schnellen Aufbau in der Luft.
In dieser Zeit saßen wir vor der deutschen Mattscheibe und sahen aufgeregt die Serie "Miami Vice". Wir fühlten uns tief verbunden mit jeder Filmszene und nannten Florida unsere 2. Heimat. Wir bewegten uns im Urlaub an den Orten, in denen die wilden Verfolgungsjagden der Stars gefilmt wurden, wir kleideten uns wie die hippen jungen Amerikaner und tauchten in diese Glitzerwelt magisch ein. Wir besuchten die schillernden Discos der 80er in Miami, Tampa und Ft. Lauderdale, jeden Freizeitpark, fuhren auf die Keys in der Abendsonne über den endlosen Highway im amerikanischen Cabrio. Diese Freiheit und dieses Lebensgefühl impfte uns besser wie jede Droge.
Unserer Koffer waren bei der Heimreise nach Deutschland immer Mal voll mit der neuesten Elektronik und der tollen Kleidung, die man in den todschicken Stores in Florida fand. Wer kennt nicht die klobigen Telefone mit ihrer Stabantenne, die Anrufbeantworter und das UKW-Radio für die Ohren? Wir hatten einfach alles. Und wir beeindruckten nach jedem Aufenthalt mit dem tief gebräunten Aussehen, das keinen Zweifel an der Herkunft lies.
ZEITGESCHICHTE
Die Versicherungsbranche war in diesen Zeiten wieder/erneut auf radikalem Kurs zur Umstrukturierung und auf der Suche nach "Frischfleisch". Viele Führungspositionen landeten auf dem Stellenmarkt, denn Viele standen vor der Altersgrenze oder man wollte den deutschen Markt "erschließen". Es war auch die Zeit, in der die Versicherungsunternehmen auf personellen Sparkurs gingen. Man trennte sich im Außendienst immer mehr vom Angestellten hin zum Söldner, als Freiberuflern, die man mit unseriösen Verträgen knebelte. Und auch sogenannte "Strukturvertriebe" gewannen Partnerschaften mit den Konzernen. In den 70ern undenkbar war nun Alltag: ohne fachliche Kenntnisse schickte man angeheuerte Menschen los, die allerlei Unsinniges verkaufen sollten.
1987 Ft. Lauderdale
Viele Wochen in Florida verbrachten wir den alljährlichen Urlaub bis spät in die 80er. Typisch für die Zeit war die massive Goldkette, der lässig Schnauzer und die Mode jener Zeit. Am Ende war ich tiefbraun, von der Salzluft die Haut gegerbt und hätte prima nach Amerika gepasst. Wir überlegten doch ernsthaft, nach Florida auszuwandern. Eine Möglichkeit bot sich uns, das Motel zu übernehmen, das wir mehrere Jahre gewählt hatten und das ein älterer Jude/Amerikaner mit seiner Frau zusammen führte.Wir interessierten uns damals ernsthaft für eine solche Möglichkeit. Doch die Realität holte uns schnell ein. Deutschland als sicherer Arbeitsplatz gegen das Unbekannte siegte. Meine Frau hätte ihr Beamtentum aufgeben müssen. Wir entschieden uns für die Sicherheit.
Heute denke ich, dass das Leben uns eine Alternative geboten hat, die wir noch zu unreif, ausschlugen.
Ende 1987 kündigte ich diesen attraktiven, aber auch anstrengenden Job in Mannheim. Menschen wie mich suchte man als "Ablöse". Ein Headhunter vermittelte mich zur BARMENIA für eine regionale Führungsposition nach Freiburg. Ich war willens, jung und erfolgreich. Voraussetzungen: Supergehalt, Direktor, Sekretärin, Personal und so weiter: mein Ego wurde mächtig geschmeichelt. Doch das hatte auch Konsequenzen wie ich später erfahren musste.
DIREKTION
Mein geliebter BMW 535i
Ich hatte als einer der Jüngsten im Mai 1988 mit nur 32 Jahren bereits einen lukrativen Posten als Bezirksdirektor der BARMENIA, einem der namhaften privaten Krankenversicherungen für Freiburg übernommen. Und damit das auch schnell ging, kaufte ich mir einen BMW 535i und brauste oft täglich vom Schwäbischen über die Autobahn nach Freiburg. Fast ein Jahr lang. Pforzheim nach Freiburg und zurück: etwa eine Stunde. Wir beide zogen nach der obligatorischen Bewährungszeit dann nach Freiburg und kauften uns gleich eine Penthousewohnung in der Stadt. Meine Frau konnte sich als Beamtin versetzen lassen.Anekdote:
Zur Ernennung zum Bezirksdirektor durfte ich in der Hauptverwaltung Wuppertal im Vorstandscasino eine Mittagessen einnehmen und bekam Krautwickel als Hauptspeise zur Ernennung. Sagt dies nicht alles aus?
Sekretärin, Personalverantwortung und was alles so dazu gehört waren fortan vertragliches Beiwerk. Verantwortlich war ich für das Personal, aber auch für die regionalen Umsatz- und Personalziele. Was man mir nicht sagte: der größte Teil der dort Arbeitenden war entweder faul, krank oder demoralisiert. Und alt. Es war ein Himmelfahrtskommando, auf das ich nicht vorbereitet war. Dazu kam eine "Krebswelle". Ich durfte zum ersten Mal mehrere Grabreden für an Krebs verstorbene Mitarbeiter halten. Grauenhafte Erlebnisse.
Sekretärin, Personalverantwortung und was alles so dazu gehört waren fortan vertragliches Beiwerk. Verantwortlich war ich für das Personal, aber auch für die regionalen Umsatz- und Personalziele. Was man mir nicht sagte: der größte Teil der dort Arbeitenden war entweder faul, krank oder demoralisiert. Und alt. Es war ein Himmelfahrtskommando, auf das ich nicht vorbereitet war. Dazu kam eine "Krebswelle". Ich durfte zum ersten Mal mehrere Grabreden für an Krebs verstorbene Mitarbeiter halten. Grauenhafte Erlebnisse.
Eine der zahlreichen Tagungen mit Smoking und Damenprogramm
Wenn man als junger Bezirksdirektor Karriere machen wollte, musste man in diesen Zeiten das "dreckige Spiel" um Schein und Sein mitmachen. In dieser Zeit war ich der Karriere wegen "gnadenlos". Mit 32 Jahren, eitel und erfolgssuchend, passte ich so gar nicht ins tröge Südbadische. Das sollte sich übrigens auch später nie ändern.Dieses Unternehmen war eigentlich in der Vergangenheit ein solides Krankenversicherungsunternehmen. Und nahm in der Personalhierarchie nun zahlreiche Quereinsteiger auf, die von der Materie (bewusst?) keine Ahnung hatten.
Mein Chef, der Vertriebsdirektor, war ein Abgehalfterter vom nahen Wuppertaler Vorwerkkonzern, der meist psychologisches schwadronierte und uns alle damit mächtig nervte. Das eigentlich schlimme war aber, dass auch die gesamte bundesweite Außendienststruktur umgekrempelt wurde.
Mit einem kläglichen finanziellen Einkommen sollten Vermittler sich zurechtfinden. Man bot ihnen für nur wenige Monate eine klägliche Provisionsgarantie mit Phantasiezahlen.
In Wuppertal zentrierte man derweil Geld und Strukturen, und ich sollte Menschen anheuern, die meist nicht aus der Branche kamen. Damit war ich wie meine Kollegen Seelenfänger. So waren damals die Zeiten und ich saß in der Falle.
Mit einem kläglichen finanziellen Einkommen sollten Vermittler sich zurechtfinden. Man bot ihnen für nur wenige Monate eine klägliche Provisionsgarantie mit Phantasiezahlen.
In Wuppertal zentrierte man derweil Geld und Strukturen, und ich sollte Menschen anheuern, die meist nicht aus der Branche kamen. Damit war ich wie meine Kollegen Seelenfänger. So waren damals die Zeiten und ich saß in der Falle.
Ich rebellierte innerlich. Das tat meinen Mitarbeitern und dem Umfeld nicht gut. Heute erkenne ich, dass auch der blanke Ehrgeiz und die Eitelkeit mich dazu verführte, bedingungslos das zu tun, was man von mir forderte.
Freiburg ist ein kleines Spielfeld. In der Nähe suchte man einen Nachfolger für die Filialdirektion der DKV. Der bisherige Filialchef umgarnte mich als Idealbesetzung. Der Köder war groß, denn als Filialdirektor einer so großen Einheit war das eigene Spielfeld erheblich größer. Ich kündigte am Ende entnervt im Juni 1992 meinen Posten und zog um.
DIREKTION
Im Juli 1992 mit nur 36 Jahren übernahm ich eine der größten (damaligen) Filialdirektion des Branchenprimus der Privaten Krankenversicherung in Freiburg. Der Umsatz der DKV Deutsche Krankenversicherung betrug schon 1992 rund 3,36 Milliarden DM Beitragseinnahmen. Ein potenter Arbeitgeber, sollte man meinen. Was ich damals nicht wissen durfte: mein Vorgänger Rudolf V. kannte bereits die weitreichenden Pläne des Kölner Konzerns, die gesamten Konzernstruktur regional umzubauen. Kaum dort angekommen erlebte ich die Dampfwalze, die über Alle und Alles rollte. Erfolgreiches und bewährtes wurde platt gemacht. Der Sensenmann war Jochen Aymanns als Vorstandsmitglied, extra dafür von außen ins Boot geholt. Ohne Manieren und mit einem großen privaten Vermögen rotzte er durchs Land und pöbelte auch schon einmal, wenn jemand oder etwas ihm nicht passte.
1995 war Schluss mit unserem Lieblings-/Lebensziel Florida. Der Mauerfall spülte in den Folgejahren Menschen in dien Sunshine Staat, der alles bis dahin Liebenswerte veränderte. Florida und sein damaliger Aussteigerstatus wich schierem Profit und einem enormen Zuzug aus den anderen US-Staaten. Obwohl wir "nur" Urlauber in diesem Jahrzehnt waren: dieser Abschied tat uns wirklich weh. Und: wir verkauften unsere schicke Penthouse Wohnung in Freiburg um zogen um nach Kirchzarten.
1995
Es folgte der Umzug von Freiburg nach Kirchzarten: Ski- und später der Bikesport entschädigte uns reichlich. Nach der WM 1995 in Kirchzarten, die wir begeistert bereits als Bürger miterleben durften, brannte ich für diesen Sport, genauer für das Biken auf Downhillstrecken. Ich besorgte mir professionelles Gerät und ging auf alle möglichen Bergstrecken.
Ich wurde nach heftigen Umstrukturierungen bei der DKV beruflich versetzt und die erzwungene Dienstsitzverlegung von Freiburg in die grässliche Stuttgarter Innenstadt brachte zwar eine finanzielle Steigerung und noch größere Personalverantwortung mit sich, endete aber auch in einem menschlichen Konflikt mit meinem neuen/alten Vorgesetzten. Der oben erwähnte menschliche Drecksack/Vorgesetzte hatte nun die Leitung für ganz Baden-Württemberg übernommen, schob seinen Günstlingen "die guten Brocken zu" und überlies dem Rest den "Abfall". Damit sicherte er sich den für sich notwendigen Platz am Kölner Vorstandstisch, selbst dann als er für einige Zeit in der Emmendinger Psychatrie landete, weil dieses widerliche Ausmaß an Personalrochade auch sein Nervenkostüm belastete. Allerdings hatte er sich einen Kreis an Günstlingen im Lauf der Zeit geschaffen, die ihm zu Diensten stand. Es war ein widerliches System an Bestechlichkeiten und Lügen, wie ich sie bis zu diesem Zeitpunkt noch nie begegnet war.
Was mich auf die Palme brachte, waren die finanziellen hochriskanten Investitionen in der Zusammenarbeit mit der damals frisch hinzugekommenen Dresdner Bank. Obwohl man mir die gesamte Verantwortung über das Budget gab, schnitt man einen großen Batzen Geld heraus und übergab diesen ohne jede Erfolgskontrolle einem dieser widerlichen Günstlingen, der den Bankenvertrieb mit gut bezahlten Mitarbeitern organisieren sollte. Doch damit nicht genug: obwohl ich dessen Vorgesetzter sein sollte, erhielt ich die direkte Anweisung, keinesfalls irgendeine Kontrolle auf diesen Günstling auszuüben. Jener Rudolf V. in seiner Eigenschaft als Vertriebsdirektor war direkt für diese gewaltige Geldverschwendung zuständig. Natürlich kam es, wie es kommen musste: die phantasievollen Erwartungen über Umsätze verdampften ins Nichts. Die gewaltigen Kosten suchten einen Schuldigen. Ich stand nun im Feuer. Meine Gegenwehr durchdrang den Schutzschild des Rudolf V. nicht. Meine Fassungslosigkeit über derartige absehbare Misserfolge und völlig überzogenen Gelder in Personen zu stecken, die ganz sicher nie einen Erfolg damit haben würden, formulierte ich Richtung Vorstand. Doch Rudolf V. hatte vorgesorgt. Von da an führte dieser Dreckskerl einen intriganten Krieg gegen mich als sein direkter Gegner. Der Krieg war schmutzig. Sehr schmutzig. Jede menschliche Widerwärtigkeit gegen einen Todeskandidaten in einem solchen Konzern erlebte ich damals am eigenen Leib. Viele Jahre später stand ein Mitarbeiter an der Tür meiner Freiburger Firma und entschuldigte sich bei mir: "Wenn er gewusst hätte, was man im Schilde geführt hätte, hätte er natürlich für mich gehandelt". Genau für diesen Mann hatte ich mich bei einer Revision noch zuvor eingesetzt, weil man bei ihm finanzielle Verfehlungen nachgewiesen hatte.
Was mich auf die Palme brachte, waren die finanziellen hochriskanten Investitionen in der Zusammenarbeit mit der damals frisch hinzugekommenen Dresdner Bank. Obwohl man mir die gesamte Verantwortung über das Budget gab, schnitt man einen großen Batzen Geld heraus und übergab diesen ohne jede Erfolgskontrolle einem dieser widerlichen Günstlingen, der den Bankenvertrieb mit gut bezahlten Mitarbeitern organisieren sollte. Doch damit nicht genug: obwohl ich dessen Vorgesetzter sein sollte, erhielt ich die direkte Anweisung, keinesfalls irgendeine Kontrolle auf diesen Günstling auszuüben. Jener Rudolf V. in seiner Eigenschaft als Vertriebsdirektor war direkt für diese gewaltige Geldverschwendung zuständig. Natürlich kam es, wie es kommen musste: die phantasievollen Erwartungen über Umsätze verdampften ins Nichts. Die gewaltigen Kosten suchten einen Schuldigen. Ich stand nun im Feuer. Meine Gegenwehr durchdrang den Schutzschild des Rudolf V. nicht. Meine Fassungslosigkeit über derartige absehbare Misserfolge und völlig überzogenen Gelder in Personen zu stecken, die ganz sicher nie einen Erfolg damit haben würden, formulierte ich Richtung Vorstand. Doch Rudolf V. hatte vorgesorgt. Von da an führte dieser Dreckskerl einen intriganten Krieg gegen mich als sein direkter Gegner. Der Krieg war schmutzig. Sehr schmutzig. Jede menschliche Widerwärtigkeit gegen einen Todeskandidaten in einem solchen Konzern erlebte ich damals am eigenen Leib. Viele Jahre später stand ein Mitarbeiter an der Tür meiner Freiburger Firma und entschuldigte sich bei mir: "Wenn er gewusst hätte, was man im Schilde geführt hätte, hätte er natürlich für mich gehandelt". Genau für diesen Mann hatte ich mich bei einer Revision noch zuvor eingesetzt, weil man bei ihm finanzielle Verfehlungen nachgewiesen hatte.
Diese Zeit, also von 1992 bis 1996 verdient ein eigenes Kapitel und wäre ich nicht so jung und stabil gewesen, hätte es am Ende in einer menschlichen Tragödie geendet. Aber nicht für mich. Was ich in dieser Zeit an menschlichen Schweinerein eines Finanzkonzerns selbst erleben musste, lässt selbst mit nüchternem Blick nach Jahrzehnten einen verwundern.
Im März 1996 kündigte ich meinen Job als leitender Angestellter mit etwas über 42 Jahren. Ich führte einen erfolgreichen Arbeitsprozess gegen Europas größte private Krankenversicherung. Ein Unternehmen, das man damals getrost als eine Jauchegrube menschlicher Existenzen bezeichnen könnte.
Und wieder, mit nur 42 Jahren, änderte sich mein Kurs. Ich nahm mir einen sehr lange zeitliche Auszeit und schwang mich dazu auf das geliebte Mountainbike. Ich hatte ja Zeit und Geld. Geld. Das beruhigte.
1997 Scoul Downhillstrecke

1999 machte ich mich mit neuen Ideen, ohne Netz und doppelten Boden mit meiner eigenen Firma in Freiburg selbständig. Nach anfänglichen Irrungen mit Bekannten aus der Branche gründete ich selbst ein Unternehmen, das erfolgreich in der Versicherungsbranche startete und mit den neuen Medien bundesweit an den Start ging. Ich hatte bis dato keinen Kundenbestand, kein laufendes Einkommen und nur eine Geschäftsidee. Und wir kauften für die Zukunft gleich die ganze Büroetage. Der Erfolg gab mir Recht.
UMZUG
2003 zogen wir von Kirchzarten weg ins Nachbartal weiter. Es war auch eine Zäsur mit Kirchzarten, das sich stark veränderte. Neben all den schönen Erinnerungen aus sportlicher Sicht und den vielen persönlichen Treffen bis hin zu gemeinsamen Urlauben mit der Radgruppe im Sommer und im Winter und mit gemeinsamen Skiausfahrten kann es nicht darüber hinweg täuschen, dass eine Menge an Zwistigkeiten, Eifersucht und Missgunst bei den Sportlern herrschte. Und aus dem nahen Freiburg zog es immer mehr hierher.
STÄRKE
Eine der ersten Jahreskarten für die Downhillstrecke in Todtnau gehörte mir. Als damals Ältester "bretterte" ich mit meiner Jahreskarte in Todtnau und meinem Downhillbike die anspruchsvollen Abfahrtspisten bis an das mögliche Limit herunter. Fast Täglich. Ich trainierte meinen Körper und Geist.
Dieser Risikosport führte dann auch in viele Gegenden Europas und gab mir neben reichlich Adrenalin auch eine ungeheure mentale Stärke. In dieser Zeit lernte ich auch den Umgang mit Schmerz kennen und wie stark man mental diesen in Schach halten kann. Für Nichtkenner dieser Disziplin: zwischen Rollstuhl und Gesundheit war es oft nun ein Wimpernschlag. Dieses Risiko war mir immer bewusst.
Eine der ersten Jahreskarten für die Downhillstrecke in Todtnau gehörte mir. Als damals Ältester "bretterte" ich mit meiner Jahreskarte in Todtnau und meinem Downhillbike die anspruchsvollen Abfahrtspisten bis an das mögliche Limit herunter. Fast Täglich. Ich trainierte meinen Körper und Geist.
Dieser Risikosport führte dann auch in viele Gegenden Europas und gab mir neben reichlich Adrenalin auch eine ungeheure mentale Stärke. In dieser Zeit lernte ich auch den Umgang mit Schmerz kennen und wie stark man mental diesen in Schach halten kann. Für Nichtkenner dieser Disziplin: zwischen Rollstuhl und Gesundheit war es oft nun ein Wimpernschlag. Dieses Risiko war mir immer bewusst.
EINSCHNITT
Eigentlich wollten wir längst mit dem finanziellen Polster aus dem Beruf aussteigen. Alles war gerüstet. Dann kam das Jahr 2020. Wir hielten uns im fernen Ausland auf. Man erfuhr etwas von einem Virus, die Menschen lebten aber weiter. Die Nachrichtenlage an unserem Refugium war widersprüchlich. Schnell war uns bereits in der Ferne völlig klar, dass es sich um einen gewaltigen Angriff bestimmter Kreise handeln musste. Wir flogen vor Beginn der Corona-Maßnahmen vom Ausland aus im letzten regulären Flieger nach Deutschland am 21.03.2020. Man hörte überall, dass der weltweite Flugverkehr enden sollte. So verlegten wir unseren Rückflug. Es war das bis dahin einschneidendste Erlebnis unseres Lebens. Schon der Flug mit der Lufthansa, dem hysterischen Bordpersonal und eiskalter Kabine ließen nichts Gutes ahnen. Wir landeten auf dem Frankfurter Airport. Totenstille, keine Passagierströme, wieder hysterisches Personal am Boden und ein gespenstisches Leichentuch lag in der Luft. Ohne Leichen. Alle Schalter waren geschlossen. Grotesk. Alle Züge standen still. Wie um Gottes Willen von Frankfurt nach Freiburg kommen? Ein frisch verheiratetes Pärchen aus den Flitterwochen zurück verband sich am Mietwagenschalter mit uns und so fuhren wir Coronaregelwidrig mit dem letzten Mietwagen von Frankfurt nach Buchenbach. Die Autobahnen glichen dunklen Bahnen und es war ein Endzeitszene. Bei unserem Abflug im Ausland war davon nicht einmal ansatzweise etwas zu ahnen. So hatte sich Deutschland in kurzer Zeit in ein Freiluftgefängnis für eine anscheinend komplett deformierte Gesellschaft gewandelt. Angst? Sorge? Nein. Ich/wir waren mit 64 Jahren zum ersten Mal fassungslos über das Land und die Gesellschaft, in dem wir geboren, aufgewachsen waren und unser gesamtes berufliches Leben verbracht hatten. In mir zerbrach an diesem Zeitpunkt auch die gesamte Vergangenheit. Und dafür schaffte sich Zorn, ein großer Zorn Platz über die schnell folgenden Zustände, die uns ganz direkt im Alltag betrafen.
Die irren Regeln wurden gehorsam am Giersberg umgesetzt
Die irren Regeln wurden gehorsam am Giersberg umgesetzt

Die Zeit ab 2020 bis 2024 gehörte dem Thema Corona, das wie geschildert einen jähen Wendepunkt ins Leben brachte.
Ich erinnere mich an so viele damit in Zusammenhang stehende Ereignisse, dass dies vielleicht eines Tages ein Buch füllen wird. Vieles in/aus dieser Zeit ist dauerhaft dokumentiert und belegt. Wie Bürger einer Lüge bereitwillig bis zur eigenen Selbstaufgabe folgen. Wie dümmlich man eine unwirksame Sklavenmaske sich auf das Gesicht aufzog und jeden diffamierte, der dieser dümmlichen Maßnahme auswich. Als Teilnehmer und Mitmacher der kritischen Bewegung im Dreisamtal findet man diesen Zeitabschnitt und mehr dazu hier.
Der 7.12.2020 war für mich dabei sehr entscheidend. Die Fenster der Häuser öffneten sich als Zuspruch für diejenigen nicht, die in guter Absicht mahnten, die Türen blieben demonstrativ geschlossen.
Das für mich schlimmste war zu erkennen, wie schnell sich Menschen direkt vor uns unter dem Eindruck der Propaganda veränderten.
MASKENTERROR
In dieser Zeit erlebten wir den polizeilichen Terrorstaat auch bei uns auf dem Land mit Polizeikontrollen in den lokalen Geschäften, den Maskenschikanen im gesamten Dreisamtal, das kollektiv eine breite Zustimmung fand. Unvergessen sind die zahlreichen Schikanen, wenn man die Fußgängerzone in Kirchzarten betreten wollte und ein großes Schild dies nur mit einer Maske erlaubte. Unvergessen die hysterische Kassiererin im örtlichen Baumarkt, die einen anschrie, wenn die Maske verrutscht war. Und wenn man es wagte, den Lebensmitteilmarkt ohne Schutz zu betreten war man ein Fall für die dann beinahe stattfindende Lynchjustiz. Der Bekannten- und Freundeskreis zerfiel in genau dieser Zeit an den Mitmachern. Die unbegründete Furcht vor einem nicht existenten Virus kroch tief in die Psyche aller, die wir bis dahin als verlässlich und stabile Menschen kannten. Wir wurden wie Aussätzige behandelt, weil wir offen unbequeme Fragen stellten.
Ich erhielt persönliche Schmähmails von Menschen, die mich nicht kannten.
LOKALPOLITIK
Zur Politik zog es mich nie, auch wenn reichlich Gelegenheit dazu im Leben gewesen wäre. Schließlich gehörte ich einst "zu denen da oben" in meiner Branche, die vernetzt mit der Politik war. Ich verachtete mein ganzes Leben lang trotzdem Politik/er und deren Anhänger, auch wenn ich in meinem beruflichen Leben immer wieder Berührungspunkte hatte. Doch als Anfang 2020 in Deutschland die Dinge "ihren unrühmlichen Lauf" nahmen, interessierten mich schnell die Hintergründe, sprach ich mit vielen Menschen "aus der kritischen Ecke" (auch wissenschaftlich sehr versierte außerhalb der üblichen Medienblase) und zog für mich daraus die Erkenntnis, dass hier ein geplanter und skrupelloser Betrug stattfand. Dazu gibt es diese Geschichte der Polizeigewalt gegen Bürger in Kirchzarten, die mich tief bewegte. Nach reiflicher Überlegung trat ich der damals noch jungen Partei "dieBasis" am 8.11.2020 bei, wurde gleich zum Kandidat bei der Landtagswahl 2021 aufgestellt und Mitbegründer des Kreisverbandes dieBasis Breisgau Hochschwarzwald. Die Parteizugehörigkeit beendete ich 2025. Mein Fazit heute: Parteien sind das Problem, nicht die Lösung. Solange die Basis, also die Menschen, ihr Schicksal Anderen Überlassen, ist kein Frieden in Sicht. Die gesamte Gesellschaftsstruktur wurde nach 1945 erneut in eine Sklaverei geführt. Auch ich ernährte diese böse Absicht mit meinem beruflichen Erfolgswillen. Hätte ich das alles gewusst, was ich in den letzten Jahren über unsere/meine Geschichte lernen musste, wäre sicher vieles völlig anders gelaufen.
(KEIN) ENDE
Wir kehr(t)en 2026 dem Dreisamtal den Rücken. In einer solchen Brutstätte schlechter Energie weiter geistig gesund zu leben, verbietet sich für immer noch agile Senioren wie wir es sind. Bis heute hat sich keiner bei uns für Entgleisungen, Ausgrenzung und seinem Irrtum entschuldigt. Es ist keine Feigheit, dieses Stück Land den Rücken zukehren, es bleibt auch kein bitterer Geschmack zurück. Sollte die Zeit kommen, in der alte Rechnungen folgenlos beglichen werden können, werde ich, so Gott und meine Gesundheit es wollen, nach den Lehren des alten Testamentes das dafür Notwendige tun.
Wir kehr(t)en 2026 dem Dreisamtal den Rücken. In einer solchen Brutstätte schlechter Energie weiter geistig gesund zu leben, verbietet sich für immer noch agile Senioren wie wir es sind. Bis heute hat sich keiner bei uns für Entgleisungen, Ausgrenzung und seinem Irrtum entschuldigt. Es ist keine Feigheit, dieses Stück Land den Rücken zukehren, es bleibt auch kein bitterer Geschmack zurück. Sollte die Zeit kommen, in der alte Rechnungen folgenlos beglichen werden können, werde ich, so Gott und meine Gesundheit es wollen, nach den Lehren des alten Testamentes das dafür Notwendige tun.
Liebe/r unbekannte Leser: es gibt nichts Wichtigeres als den Willen und den Kampf zur persönlichen Freiheit in jeder Phase aufzunehmen. Mein Leben hatte zahllose Umbrüche. Wenn man mich biegen wollte, endete dies immer in einem (inneren) Kampf. Ich war immer unbequem und am Ende unbeugsam. Selbst wenn es mich die vermeintliche Karriere kostete. Gleichförmigkeit und Gehorsam war eben nie mein echter Lebensbegleiter. Ich überlebte zweimal mindestens das vermutlich eigene Ende.
Ich werde mich nie dem Diktat der Dummen, der Dummheit und der Gleichförmigkeit (wieder) beugen. Machen Sie es auch nicht. Lassen sie sich auch nicht erweichen von Menschen, die zur Versöhnung mit Bösen aufrufen. Dies ist das Dümmste, das man tun kann. Darauf baut das Böse. Das ist nur das Opium derjenigen, die selbst schwach sind und das abgrundtief Böse nicht wahrhaben wollen. Stellen wir uns zu gegebener Zeit dem Feind: dieser verachtenswerten Marionettenregierung, ihren lokalen Vertretern und Anhängern. Eine Erkenntnis meines gesamten Lebens: die Lösung der gesellschaftlichen Probleme wird kein politischer und friedlicher Weg. Dies halte ich nach allen vorliegenden Fakten für gänzlich ausgeschlossen. Ohne ein tiefgreifendes Eingreifen patriotischer Kräfte wird in diesen Land in wenigen Jahren ein großes Kreuz stehen. Wer dies wie ich sieht, sollte beiseite treten solange er noch kann, warten und sich vorbereiten.
FORTSETZUNG FOLGT
Ein freier Mensch bettelt nicht um Freiheit.
Er nimmt sie sich.
(Netzfund)
Vergessen wir nie, dass aufrechtes Gehen die Folge eines gesunden und geraden Rückgrats ist. Die Natur hat es ursprünglich uns Allen bei der Geburt in die Wiege gelegt. Im weiteren Leben wurde uns das Bücken und Kriechen beigebracht. Viele von uns haben es im Lauf ihres Lebens verlernt, sich wieder auf- und auszurichten.
Ein gut ausgerichteter Wertekompass ist eine wertvolle Eigenschaft für das Leben, das bei Vielen leider verdrängt oder gar eliminiert wurde. Im (politischen) Umfeld hilft dies treffsicher, Blockwarte, Denunzianten und Ignoranten zu entlarven und zu erkennen. Sie sind innerlich verwahrloste, radikalisierte und unmoralische Missgeburten, denen der Finger am Abzug juckt und feuern allzu gern ihre selbst gezimmerten Lügen und ihren Hass gegen die Freiheitsliebenden und Kritischen ab. Ihre totalitäre Phantasie verteidigen sie notfalls bis zum eigenen Ende.
Nach den letzten Jahren, insbesondere seit dem Start der P(l)andemie 2020, ist es offensichtlich, dass wir es nicht nur mit einer kleinen Anzahl von Tätern "an der Spitze" zu tun haben, sondern mit einer großen Zahl an Sympathisanten, Mitmachern und selbsternannten schnauzbärtigen Richtern im (klein)bürgerlichen Umfeld. Es ist ein parasitäres Gebilde, ein bösartiger gesellschaftlich wachsender Tumor, der sich durch alle Gesellschaftsschichten zieht. Wer in die deutsche Geschichte zurückblickt, erkennt leicht die Parallelen. Dass am Ende auch die Mitmacher den gnadenlosen Fangschuss von der kriminellen "Elite" bekommen, ist denen nicht bewusst oder schlimmer: egal. Der Einer oder Andere ist eben am moralischen Tiefpunkt der menschlichen Spezie angelangt. Die "Coronazeit" hat eine gnadenlose Selektion getroffen: in Täter und Opfer.
Viertes Flugblatt der Weißen Rose, Juli 1942: "...Vergesst auch nicht die kleinen Schurken dieses Systems, merkt Euch die Namen, auf dass keiner entkomme! Es soll ihnen nicht gelingen, in letzter Minute noch nach diesen Scheußlichkeiten die Fahne zu wechseln und so zu tun, als ob nichts gewesen wäre!..."
